Dr. Karl A. Lamers traf Michail Chodorkowski in Berlin

Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Heidelberg/Weinheim und stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Dr. Karl A. Lamers, ist in einem kleinen Kreis von Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses zu einem intensiven Gedankenaustausch mit dem Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski in Berlin zusammengetroffen. In dem einstündigen Gespräch gab Chodorkowski, der im Dezember vergangenen Jahres nach zehn Jahren im Straflager vom russischen Präsidenten Putin kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi begnadigt worden war, einzigartige Einblicke in das System des Kreml-Chefs und die gegenwärtige Lage in Russland. Zu Beginn des Gesprächs sprach Chodorkowski zunächst insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie dem früheren deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher seinen tiefen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz im Hinblick auf seine Freilassung aus der Gefangeschaft aus.

Im Anschluss daran stellte er sein neues Projekt „Offenes Russland” vor, eine Bewegung, mit der er sich vor allem für Rechtsstaatlichkeit in Russland einsetzt. Chodorkowski will insbesondere den Teil der russischen Gesellschaft erreichen, der europäisch gesinnt ist.
Des Weiteren legte er dar, wie das gesamte politische System in Russland komplett auf den Machthaber zugeschnitten sei. Dies sei zugleich aber auch seine Schwäche.
„Während der Diskussion mit Michail Chodorkowski ist deutlich geworden, wie Putin’s Machtsystem in Moskau funktioniert. Viele seiner Entscheidungen treffe er rein emotional. Das zeigt, wie unberechenbar die Situation in der Ostukraine sowie auch für die Staaten, die an Russland grenzen, weiterhin bleibt,” so Dr. Lamers.
Sobald Putin’s Popularitätswerte in der russischen Bevölkerung fallen und die Wirtschaft weiter abstürzt, könnte der russische Machthaber, so Chodorkowski, ein neues „Abenteuer” planen. Auf Nachfrage Dr. Lamers’ was dies konkret bedeute, wollte Chodorkowski nicht ausschließen, dass Putin daran interessiert sei, in der Ostukraine Landgewinne zu machen und einen Landkorridor zur Krim sowie nach Transnistrien zu schaffen. Auch Teile Kasachstans seien für den Kreml-Chef von Interesse.