Lamers besorgt über Entwicklungen in Nordkorea

Treffen mit Jeffrey Feltman bei den Vereinten Nationen in New York

Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Heidelberg/ Weinheim, Prof. h. c. Dr. Karl A. Lamers, hat sich nach einem Gespräch mit dem UN-Gesandten Jeffrey Feltman in New York äußerst besorgt über die Entwicklungen in Nordkorea geäußert. Feltman, der gerade im Auftrag von UN-Generalsekretär António Guterres als erster ranghoher UN-Diplomat seit fünf Jahren nach Nordkorea gereist war, hatte Lamers in einem persönlichen Gespräch seine Eindrücke geschildert und darüber hinaus den UN-Sicherheitsrat informiert. „Ich bin besorgt nach Nordkorea gereist und alarmiert zurückgekehrt“, so die dramatische Schilderung des UN-Untergeneralsekretärs. Die dortige Regierung sei nicht bereit, Gespräche über das eigene Atomprogramm zu führen und lasse jedes Gespür für die Dringlichkeit der Lage vermissen.
„Jeffrey Feltman hat mir auf eindrückliche Art und Weise geschildert, wie verbohrt das nordkoreanische Regime den Bau der Atombombe ohne Rücksicht auf Verluste vorantreibt. Die Lage ist extrem problematisch. Wir dürfen nichts unversucht lassen, um eine diplomatische Lösung zu ermöglichen“, so Lamers.

Am Rande der Diskussion mit Fiona Hill und Alexander Vershbow in Washington, D.C.

Hier seien insbesondere China und Russland aufgrund ihrer engen Kontakte nach Pjöngjang in der Pflicht, Druck auszuüben, erklärte Lamers im Anschluss.
Bei weiteren Gesprächen in New York traf Lamers unter anderem auch mit dem ranghöchsten deutschen UN-Vertreter, dem Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, Achim Steiner, zusammen. Mit ihm sprach er insbesondere über die verheerende Situation der Menschen in der Sahel-Zone. „Wenn Europa jetzt nicht zusammensteht und den Menschen dort eine Perspektive gibt, werden sich Millionen auf den Weg zu uns machen. Ich werde in Berlin auf das hinweisen, was sich dort anbahnt und auf ein gemeinsames europäisches Handeln drängen“, so Prof. h. c. Dr. Lamers.
Zuvor hatte der Heidelberger CDU-Bundestagsabgeordnete am Transatlantischen Forum der Parlamentarischen Versammlung der NATO in Washington teilgenommen und dort unter anderem mit Experten wie Fiona Hill, Spezialistin für Europa und Russland im Nationalen Sicherheitsrat der US-Regierung, und dem früheren stv. NATO-Generalsekretär Alexander Vershbow über die NATO-Russland-Beziehungen sowie viele weitere wichtige sicherheitspolitische Themen diskutiert. Bei den Gesprächen mit Parlamentariern aus allen NATO-Mitgliedsstaaten wurde auch die höchst problematische Entscheidung der amerikanischen Regierung besprochen, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, die auf breites Unverständnis stieß.
Resümee des Kurzbesuchs von Prof. h. c. Dr. Karl A. Lamers in den Vereinigten Staaten: „Bei allem teilweisen Unverständnis für die Politik von Donald Trump müssen wir dennoch davon ausgehen, dass der U.S.-Präsident sich länger im Amt halten wird, als mancher denkt. Deswegen ist es umso wichtiger, unter Hinweis auf unsere europäischen und transatlantischen Wertvorstellungen Einfluss auf die amerikanische Politik zu nehmen und möglichst geschlossen aufzutreten. Besonders der sich zuspitzende Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm bereitet mir größte Sorge. Jeffrey Feltmans Schilderungen müssen ein Ansporn für die internationale Staatengemeinschaft sein, alles dafür zu tun, um Nordkorea an den Verhandlungstisch zu holen“, so Lamers nach seiner Rückkehr aus den USA.